Bei unserem ersten Oberliga-Heimspiel im Schulzentrum Krumbach hatten wir mit dem ehemaligen Regionalligisten TSV Ismaning einen echten Hochkaräter zu Gast. Von Beginn an war klar: Um gegen die routinierten Gäste zu bestehen, mussten wir alles in die Waagschale werfen. Unser Trainer Ferit Celik setzte dafür auf ein spezielles taktisches Mittel: Mit extrem schnellen Angriff-Abwehr-Wechseln wollten wir die Belastung hochhalten und Ismaning vor größtmögliche Herausforderungen stellen.
Das Konzept ging auf. Vor einer lautstarken Kulisse zwangen wir die Gäste mit unserer aggressiven Deckung zu langen Wegen. Im Angriff zeigten sich Oliver Blösch und Moritz Kornegger in bester Spiellaune und hebelten die Ismaninger Abwehr immer wieder aus. Dass Ismaning seine Klasse ausspielte und oft auf den siebten Feldspieler setzte, hielt das Spiel durchgehend ausgeglichen. Mit einem völlig offenen 17:17 ging es in die Kabinen.
Direkt zu Beginn der zweiten Hälfte passierten uns im Angriff allerdings schmerzhafte Ballverluste, die umgehend bestraft wurden und die Gäste schnell mit drei Toren in Führung brachten. Unsere Raunauer Jungs sammelten sich jedoch wieder, bliesen zur Aufholjagd und kämpften sich beim Stand von 26:27 wieder bis auf ein Tor heran. In dieser kritischen Phase spielten die Gäste jedoch ihre ganze Abgeklärtheit aus: Jede Situation wurde genutzt, um das Spiel zu unterbrechen und uns komplett den Spielfluss zu nehmen.
Diese Verzögerungen führten zu einem echten Kuriosum: Die Partie erstreckte sich über eine so lange Zeit, dass sich in den letzten zwei Spielminuten das Hauptlicht in der Halle automatisch abschaltete. Trotz des Endspurts im Halbdunkel mussten wir uns am Ende mit 35:41 geschlagen geben.
Nach einer erneut guten Leistung gilt es jetzt unbedingt, die ersten Punkte einzufahren. Hierzu müssen im nächsten Spiel beim SC Unterpfaffenhofen-Germering nur noch die letzten Zahnrädchen ineinandergreifen, um belohnt zu werden.
(von Chris Nissen)